Keynote-Speaker gewinnen an Bedeutung: Umfragen bei Kongress- und Messeteilnehmern zeigen, dass sich das Publikum an Veranstaltungen zunehmend mehr virtuelle Angebote, mehr Interaktion und den vermehrten Einsatz von technischen Hilfsmitteln und Tools wünscht. Allerdings wird in diesen Umfragen ebenfalls deutlich, dass dies explizit nicht bedeutet, dass die persönliche Präsentationsform an Bedeutung verlieren wird – im Gegenteil.

Das heißt aber auch, dass Keynotes auch in einem sehr interaktiven und technisch geprägten Umfeld ihre Bedeutung weiterhin haben werden, oder sie sogar noch steigern. Was aber bedeutet Keynote-Speaking genau? Der Begriff „Keynote“ stammt aus der Musik: Hier stimmt ein Chor vor jedem Auftritt einen Ton an, damit sich die einzelnen Sänger aufeinander abstimmen können – genau so verhält es sich bei Keynote-Reden. Der, meist bekannte oder prominente Redner, stimmt die Teilnehmer mit einer klaren, prägnanten und durchaus auch provokativen Rede auf die Tonalität und den Inhalt der Veranstaltung ein.

Keynote-Reden unterliegen einem steten Wandel

Der Wandel an die Anforderungen eines Keynote-Speeches ändern sich parallel mit den Veränderungen im ganzen Veranstaltungswesen: die Herausforderungen und Möglichkeiten, welche die sozialen Netzwerke bieten, die allgemeine Digitalisierung, die Geschwindigkeit, mit der Veränderungen stattfinden… all das beeinflusst auch die Art und Weise, wie Keynotes betrachtet und gehalten werden müssen.

Wie sich diese Entwicklungen und Veränderungen in den letzten Jahren entwickelt haben, welches der aktuelle Stand ist und wie die Aussichten für die Zukunft sind, das erläutert diese kleine Artikel-Serie.

2013 erschien die umfassendste Studie über Keynote-Speaking

Tagoras und Velvet Chainsaw publizierten „The Speaker report“ und stellten darin fest, dass die Art und Weise des Keynote-Speakings tatsächlich als Gradmesser für die Veränderungen in der Veranstaltungsbranche generell gesehen werden können.

Als Hauptforderung für die Zukunft, identifizierten die Herausgeber des Speaker reports den Anspruch von Organisatoren, zunehmend einen Mehrwert aus den Investitionen in Keynote-Speaker ziehen zu können. Dies bedeutet, dass die Organisatoren immer mehr Wert darauf legen, dass die Keynote einen tatsächlichen und nachvollziehbaren Bezug zum Veranstaltungs-Thema hat und nicht – wie bis anhin oftmals üblich – lediglich als emotionaler Eisbrecher diente.

Die Anforderung an den Keynote-Speaker veränderte – und verändert sich noch – also vom „Eisbrecher“ und Unterhalter hin zur unterhaltsamen Fachperson, die publikumswirksame und publikumsrelevante Vorträge halten kann.

Fast ebenso wichtig war und ist den Organisatoren die Wirkung, die ein Keynote-Speaker auf das Publikum ausübt: einerseits soll aufgrund seines Namens und seiner Bekanntheit bereits im Vorfeld als Anziehungsmagnet wirken, auf der anderen Seite natürlich auch während seiner Rede charismatisch wirken und mit seiner (Bühnen)Präsenz das Publikum fesseln, elektrisieren und motivieren. Zusammengefasst bringen es die Herausgeber auf folgendes Fazit:

„Für angehende Sprecher ist die Fähigkeit, das Publikum zu engagieren, von entscheidender Bedeutung. Für das Erlernen des Festhaltens muss Engagement in das Sitzungsdesign integriert werden.“

Direkt verbunden mit dieser zunehmenden Anforderung an die Keynote-Speaker ist der Trend, ihren Einsatz nicht mehr nur auf die eigentliche Rede zu beschränken, sondern diese Rednerinnen und Redner bereits im Vorfeld aber auch im Nachgang zu einer Veranstaltung einzubinden.

Laut der Studie von Tagoras und Chainsaw erwarten rund 2/3 der Organisatoren, dass sich die Keynote-Speaker nicht nur auf der Bühne, sondern auch an anderen Phasen der Veranstaltung aktiv beteiligen.

Rund 40% der Organisatoren erbaten von den Sprechern, neben der eigentlichen Keynote einen Beitrag in einem Newsletter zu schreiben, einen entsprechenden Artikel zu veröffentlichen oder ein entsprechendes, fachbezogenes Interview zu geben.

Als weitere Anforderungen bzw. Wünsche an die Redner folgten: einen Blogbeitrag für den Veranstalter oder seine Organisation zu verfassen, oder ein Webinar zu halten – ein weiterer Viertel der Organisatoren wünschte sich von den Sprechern „übriges Engagement“ – das können Meet-and-greets sein, VIP-Empfänge, Buch-Signier-Stunden oder ähnliche Aktivitäten.

Die Anforderungen der Organisatoren im Einzelnen

Zusammengefasst kann man die Anforderungen der Organisatoren an Keynote-Speaker und an das entsprechende Umfeld (dazu gehören auch Event- und Kongress-Organisations-Agenturen) wie folgt zusammenfassen:

  1. Qualität vor Quantität: weniger Sprecher, dafür passendere und damit „bessere“.
  2. Relevante Sprecher: neben dem Unterhaltungswert werden zunehmend die Fachkenntnisse wichtiger.
  3. Innovative Veranstaltungsformate: Die Sprecher müssen sich auch hier auskennen und sich auf unterschiedliche Formate einstellen können.
  4. Flexiblere Handhabung der Formate: weg vom Standard, hin zu Experimenten (diese Entwicklung ist allerdings noch in den Anfängen).
  5. Mehrleistung der Sprecher: Die Keynote-Speaker sollen neben der eigentlichen Rede auch für andere Aktivitäten (Webcasts etc.) eingesetzt werden können.

Zusammenfassend zeigt der Speaker Report, dass die Anforderungen an Sprecher sich zunehmend verändern. Die Organisatoren legen mehr Wert auf einen nachvollziehbaren und messbaren Mehrwert, die Anforderung an Begeisterungsfähigkeit, Charisma und Unterhaltungswert werden durch fachliche Anforderungen erweitert. Und zu guter Letzt sollen die Keynote-Speaker auch in der Lage sein, in verschiedenen Formaten aktiv an einer Veranstaltung teilzunehmen und ihre Präsenz und ihre Fähigkeiten auch abseits der Bühne, im direkten Kontakt mit den Teilnehmern und unter Nutzung von aktuellen Transfer-Techniken dem Organisator zur Verfügung zu stellen.

Gerne möchten wir Sie einladen, in einem persönlichen Beratungsgespräch tiefer in die Zukunft des Meeting-Designs einzutauchen und gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Team herauszufinden, welche Trends, Storytelling-Strategien und Keynote-Speakers für Sie und Ihr Unternehmen in Zukunft relevant sein werden!

Den zweiten Teil zu diesem Beitrag können Sie hier weiterlesen.

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